Bewertung:  / 0
SchwachSuper 

Industrial

Deutsch

Industrial ist eine Kunst- und Musikrichtung, die sich ab der Mitte der 1970er-Jahre weltweit aus Elementen der experimentellen und Avantgarde-Musik sowie der Konzept- und Aktionskunst entwickelte. Der Begriff entstammt ursprünglich dem englischen Label Industrial Records, das kollektiv von den Mitgliedern der Band Throbbing Gristle gegründet und geführt wurde, die eine zentrale Position im frühen Industrial innehatten. Seine Wurzeln hat der Industrial neben der englischen Szene auch in den Vereinigten Staaten.[1]

 

Hintergrund

Eine wesentliche Komponente des Industrials war und ist die Provokation entlang der äußersten Ränder des Erträglichen und damit einhergehend das Experiment mit audiovisuellen Grenzerfahrungen. Um zu irritieren und schockierende Eindrücke aus der gelebten Welt zu kommentieren, werden extreme Darstellungen von Gewalt, Sexualität, Krankheit, Krieg und Tod mit bedrohlichen und aggressiven Klangcollagen unterlegt. Die Band Throbbing Gristle beispielsweise verwob in ihrem Stück Slug Bait – ICA den Mord an Sharon Tate und die Grausamkeiten rhodesischer Guerilleros vor einem ruhigen elektronischen Hintergrund detailliert ineinander, Psychic TV in Supermale Reden von Johannes Paul II. und Anton Szandor LaVey. Die slowenische Gruppe Laibach projizierte bei einem Konzert den Film The Future Continues und einen Pornofilm übereinander, so dass unter anderem der drei Jahre zuvor verstorbene jugoslawische Staatspräsident Tito und ein Phallus gleichzeitig auf der Leinwand zu sehen waren.

Die drastischen Kolportationen von verstörenden Ereignissen in Industrialstücken können beim Hörer eine nur schwer zu umgehende Fokussierung auf die Entwicklung emanzipativer Prozesse auslösen. Laibach etwa betrachten ihre Konzerte als Dekonstruktionen politischer Kundgebungen, antworten in Interviews mit Manifesten und stellen ein übertriebenes Verlangen nach Autorität zur Schau:[2]

“Laibach’s method is extremely simple, effective and horribly open to misinterpretation. First of all, they absorb the mannerisms of the enemy, adopting all the seductive trappings and symbols of state power, and then they exaggerate everything to the edge of parody.
Next they turn their focus to highly charged issues - the West’s fear of immigrants from Eastern Europe, the power games of the EU, the analogies between Western democracy and totalitarianism.”

„Laibachs Methode ist extrem simpel, effizient und schrecklich anfällig für Fehlinterpretationen. Als erstes absorbieren sie die Angewohnheiten der Gegner, adaptieren all die verführerischen Verlockungen und Symbole der Staatsmacht und dann übersteigern sie alles bis in die Parodie.
Als Nächstes wenden sie ihre Aufmerksamkeit den kontroversen Themen zu — der Angst des Westens vor Einwanderern aus dem Osten, die Machtspiele innerhalb der EU, die Analogien zwischen Demokratie und Totalitarismus.“

– Richard Wolfson[3]

Es gibt jedoch auch Bands und Künstler, die etwa totalitäre Symbolik affirmativ aufgreifen und sich entsprechend positionieren: Michael Moynihan von Blood Axis beispielsweise hat sich mehrmals als Befürworter des Faschismus geäußert[4][5], Boyd Rice tat dies ebenfalls,[5] zeigte sich begeistert von Personen wie Adolf Hitler und Alfred Rosenberg und trat in der Sendung Race and Reason von Tom Metzger (White Aryan Resistance) auf, in der er Industrial als „weiße Musik“ bezeichnete, und das Projekt Brethren vertritt deutlich rassistische Positionen.

Als Einflüsse des Industrial finden sich Mail-Art-, Performance- und Aktionskünstler, Dada, Neo-Dada und Fluxus sowie Schriftsteller wie William S. Burroughs[6] und Brion Gysin.[6] Aber auch außerhalb der Kunst liegende Gebiete wie Psychologie, Werbung und Geschichte waren und sind wichtige Inspirationen für die Industrial Culture (darunter von zentraler Bedeutung als immerwiederkehrende Motive die Zeit des Nationalsozialismus, Terrorismus, der Kolonialismus mit den teils folgenden Unabhängigkeitskriegen sowie Motive aus Psychiatrie und Medizin). Ebenso werden nicht selten satanische und magische/okkulte Themen aufgegriffen, einige Musiker wie Z’EV,[1][7] das Church-of-Satan-Mitglied Boyd Rice oder die Band Psychic TV sind bekannt für ihr Interesse an diesen Themen und haben zudem Vereinigungen wie Thee Temple ov Psychick Youth oder die Abraxas Foundation gegründet; Thee Temple ov Psychick Youth wurde in der englischen Presse zeitweilig als in Ritualmorden involvierte satanische Vereinigung dargestellt,[1] und Namen wie LAShTAL und Current 93 zeigen Bezüge zu Thelema auf. Von relativ geringer Bedeutung sind dabei musikalische Einflüsse. Zu nennen wären hierbei die Musik des Futurismus, Free Jazz und Free Improv, Musique concrète und einige Krautrock-Bands (Cluster, Tangerine Dream, Neu!, Kraftwerk).

Geschichte

Entstehungsphase

Bereits um 1974 formierten sich die ersten Industrial-Projekte, unter ihnen Cabaret Voltaire aus Sheffield und Boyd Rice unter dem Pseudonym NON aus Denver. Während dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufnahmen, die allerdings erst später einer breiteren Hörerschaft zugänglich gemacht wurden. Wie bei vielen Industrial-Formationen dienten Gitarren Rice nicht als typisches Rockinstrument, sondern als unkonventioneller Klangerzeuger. Rice beispielsweise schuf einen Teil seiner Aufnahmen mithilfe einer „Rotorgitarre“, einer E-Gitarre mit angeschraubtem Ventilator, der mittels Antriebsschraube die Saiten zum Schwingen brachte und als gewünschten Effekt Texturen mit hohem Geräuschanteil erzielte. Diese Aufnahmen wurden 1977 unter dem Titel The Black Album veröffentlicht.

Das dadaistisch inspirierte Künstlerprojekt Cabaret Voltaire absolvierte seine ersten Auftritte bereits 1975 und konfrontierte das Publikum mit aufeinander folgenden TV-Screenshots in hoher Schnittfrequenz, die Bilder von politischen Ausschreitungen, militärischen Zerstörungen oder faschistischen Symbolen zeigten.

1977 veröffentlichten Throbbing Gristle, hervorgegangen aus der Extremperformancegruppe COUM Transmissions, das musikalisch bahnbrechende Album The Second Annual Report. Parallel dazu realisierten sie im angesehenen Londoner Institute of Contemporary Arts (ICA) eine Prostitution betitelte Ausstellung. Objekte wie gebrauchte Tampons und Abbildungen aus Pornomagazinen wurden gezeigt und Auftritte einer Stripperin, von Throbbing Gristle selbst und der Punk-Band Chelsea (unter dem Pseudonym „LSD“) fanden statt. Die Ausstellung provozierte einen nationalen Skandal, mit dem sich selbst das britische Parlament befasste, und machte die Band populär und zugleich London zum Zentrum der Bewegung. Quasi aus dem Publikum heraus gründeten sich weitere Bands und Gruppen und Künstler aus anderen Ländern zogen teils dorthin. So entstand schnell ein internationales Netzwerk aus Plattenlabels, Künstlern, Medien und Auftrittsorten, das auch befördert wurde durch die Interaktion mit dem zeitgleich entstehenden Punk. Wichtige Nebenzentren waren Deutschland und Belgien. In beiden Ländern entwickelten sich schnell eigene Spielarten des Industrials, teils unter starkem Einfluss lokaler Stile.

Weitere essentielle Projekte im Umfeld von Industrial Records waren SPK und Monte Cazazza.

Die Gruppe SPK wurde in Australien gegründet und zog dann nach London, England. Die Mitglieder blieben anonym, ließen sich nicht abbilden und nutzten Pseudonyme wie EMS AKS, Ne/H/il, Oblivion, Tone Generator und Pinker statt ihrer bürgerlichen Namen. Ihre ersten Veröffentlichungen spiegelten medizinische Themen wie Krankheiten, missgebildete Säuglinge und siamesische Zwillinge. Auf der Bühne wurden außerdem Flammenwerfer eingesetzt und dem Publikum provozierendes Bild- und Filmmaterial präsentiert: Eine ihrer Live-Performances gipfelte im Verzehr von Teilen eines rohen Schafgehirns durch Kopf und Gründer Graeme Revell (u. a im offiziellen Band-Video Despair zu sehen).[8][9] Auf ihren ersten Alben Information Overload Unit (1981) und Leichenschrei (1982) spielte die Band bruitistische Musik ohne jedwede Melodie mit metallischen und elektrischen Geräuschen. Auf ihrem Album Zamia Lehmanni – Songs of Byzantine Flowers (1986) hingegen ruhige, schwere und triste ethnische Musik.

Cazazza wiederum entstammte der Szene San Franciscos, die neben ihm und Rice auch Z’EV, Jupitter Larsen (The Haters), Mark Pauline (Survival Research Laboratories), die psychedelische Band Factrix und die bedeutenden Publikationen RE/Search und Unsound hervorbrachte.[7]

Anfang bis Mitte der 1980er Jahre verfiel der innovative Impuls zunehmend, durch den sich Industrial anfangs ausgezeichnet hatte und das ursprünglich komplexe Geflecht aus Medientheorie, Kunst und Provokation degenerierte zu einem Stereotyp. Die meisten Industrial-Bands lösten sich zu dieser Zeit entweder auf oder gingen komplett neue Wege.

Entwicklungen innerhalb der Post-Industrial-Ära

Come-Org-Katalog von 1982

Eine Fortentwicklung aus dem Industrial stellen die ab den frühen 1980ern neu entstandenen Richtungen Power Electronics, Dark Ambient, Ritual, Martial Industrial und Death Industrial dar. Diese Epoche, die mit der Auflösung des Industrial-Hauptacts Throbbing Gristle einsetzt, wird als Post-Industrial bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch umstritten, da sie außerhalb der Industrial-Bewegung nur geringe Verbreitung erfuhr und die damit bezeichnete Epoche chronologisch nur schwer greifbar erscheint.

Einflussreiche Künstler dieser Zeit waren Lustmord, Esplendor Geométrico, Einstürzende Neubauten, Coil, Psychic TV, Test Dept., Zoviet France, Laibach, P16.D4, Factrix, Zos Kia, Foetus, Nocturnal Emissions, Hunting Lodge, Z’EV, Blackhouse sowie einige Künstler aus dem Umfeld des Come-Org-Labels (u. a. Whitehouse und Nurse with Wound).

Bis heute gibt es einen sehr aktiven Untergrund, der weltweit miteinander vernetzt ist. Wie andere Subkulturen auch, nutzt dieser traditionell Fanzines als Medium der Kommunikation, heutzutage aber vor allem das Internet. Reine Industrial-Fanzines, wie das französische Symposium oder ansatzweise das deutsche Scharlach, sind selten. Industrial wurde in den 1980er Jahren zum Teil in Punk-Magazinen behandelt, später auch in Wave-Magazinen wie Aeterna, Cruciamentum, Glasnost Wave-Magazin oder später das Black-Magazin aus Deutschland.

Power Electronics

auch Heavy Electronics genannt, ist ein Post-Industrial-Genre, das durch den Come-Org-Kreis um Whitehouse begründet wurde und sich durch druckvolle, monotone Lärmkulissen und stark verzerrten Schreigesang auszeichnet. Gelegentlich finden Samples Verwendung (z. B. aus politischen Reden) oder die Kompositionen werden durch Perkussions-Elemente oder Noise-Frequenzen rhythmisch unterlegt.

Sowohl textlich als auch visuell liegt Power Electronics dem klassischen Industrial am nächsten. Dabei werden vor allem Themen wie Mord, (sexuelle) Gewalt, Paraphilie, Wahnsinn, Rassismus oder Krieg (teils mit sozialkritischer Intention) aufgegriffen und versucht, bei Hörerschaft und Publikum eine Schockwirkung zu erzielen.

Das bedeutende Power-Electronics-Projekt Whitehouse von William Bennett debütierte 1980 mit der LP Birthdeath Experience; die Stilbezeichnung kam mit ihrem Album Psychopathia Sexualis (1982) auf. Die im gleichen Jahr erschienene Kompilation Für Ilse Koch prägte neben der Musik außerdem die üblichen Themengebiete des Genres.

  • Anenzephalia
  • Con-dom
  • Einleitungszeit
  • Genocide Organ
  • The Grey Wolves
  • Gruntsplatter
  • Intrinsic Action
  • Maurizio Bianchi
  • Minamata
  • New Blockaders
  • NON
  • Propergol
  • Thorofon
  • Slogun
  • Söldnergeist
  • Whitehouse

Dark Ambient

ursprünglich auch als Ambient Industrial bezeichnet, ist ein Post-Industrial-Genre, dessen Anfänge bis in die späten 1970er zurückreichen. Die Bezeichnung selbst etablierte sich etwa um 1994 und wurde im Umfeld des Cold-Meat-Industry-Labels für das Album The Goddess who Could Make the Ugly World Beautiful von Morthound[10] und das Werk Enthraled by the Wind of Lonelienes (sic) von Raison d’être verwendet, das zu dieser Zeit von der Plattenfirma Discordia beworben wurde.[11] Die Bezeichnung Ambient Industrial ist hingegen seit der zweiten Hälfte der 1980er belegt.[12]

Erste Dark-Ambient-Elemente finden sich bereits auf dem Throbbing-Gristle-Album The Second Annual Report von 1977, auf dem (zum Teil live aufgenommene) Kompositionen mit repetitiven Arrangements, Sprachsamples und bedrohlich anmutenden Klanglandschaften erzeugt wurden. Ähnliche Elemente machten sich Anfang der 1980er Jahre bei Künstlern wie Lustmord (Lustmørd, 1981), SPK (Leichenschrei, 1982) oder Zoviet*France (Mohnomishe, 1983) bemerkbar. Als fast vollständig im Dark-Ambient-Stil produzierte Veröffentlichungen können das 1984er-Album Eostre von Zoviet*France oder das 1986er-Album Paradise Disowned von Lustmord betrachtet werden.

Eine Wechselbeziehung zwischen Dark Ambient und dem eigentlichen Ambient-Genre ist nicht ganz sicher, da sich beide Genres etwa gleichzeitig herausbildeten. Spätere Künstler geben allerdings an, von beiden Genres – Industrial und Ambient – beeinflusst worden zu sein. Einige bedeutende Vertreter aus dem Dark-Ambient-Umfeld sind:

  • Caul
  • Deutsch Nepal
  • Herbst9
  • Illusion of Safety[13]
  • Inade
  • Kammarheit
  • Lull
  • Lustmord
  • Nordvargr
  • PHD2
  • Raison d’être
  • Stone Glass Steel[14]
  • Svartsinn
  • Vidna Obmana
  • Vladimír Hirsch
  • Wicked Messenger

Ritual

Häufig auch Ritual Industrial genannt, ist ein Post-Industrial-Genre, das sich etwa 1983 entwickelte.

Charakteristisch für diesen Stil ist die Verwendung perkussiver Elemente, wie Trommeln, Glocken oder Metallfässer, die als Samples eingesetzt oder live eingespielt werden. Dabei sind oft verschiedene Rhythmusformen vorzufinden, wie z. B. ein einfacher, repetitiver Trommelschlag oder ein perkussiv verschachteltes Grundgerüst (sogenannte Tribal Beats). Die Kombination aus synkopalen Rhythmen und ruhigen Dark-Ambient- oder Noise-Flächen ergibt ein „zeremonielles“ Klangbild, das vereinzelt durch Gesang und evozierende Worte untermalt wird. Typisch ist auch das kompositorische Einbetten von Samples sakraler, beispielsweise gregorianischer oder tibetischer Gesänge, die zumeist als authentische Mitschnitte vorliegen. Die Autoren des Buches Looking for Europe beschreiben die Musik als „eine meist ruhige Industrial-Variante, die im Besonderen charakterisiert ist durch repetitive Kompositionen, Rückgriffe auf ethnomusikalische Ritualklänge und die Arbeit mit magischen Konzepten“.[6]

Als Schlüsselwerke früher Ritual-Musik gelten die Werke Dekompositiones (1983) von SPK, LAShTAL (1983) und Nature Unveiled (1984) von Current 93 sowie The Secret Eye of L.A.Y.L.A.H. (1984) von Zero Kama, das laut band-eigener Aussage mithilfe menschlicher Knochen eingespielt wurde.[15] Auch die Gruppe 23 Skidoo, die dem Psychic-TV- und Cabaret-Voltaire-Umfeld entstammte, beschäftigte sich auf ihrem Werk The Culling is Coming (1983) mit ritueller Musik und kann mit Titeln wie Gregouka als einer der Vorreiter des Stils betrachtet werden. Ein frühes Beispiel für diese Bezeichnung findet sich u. a. auf der hauptsächlich mit metallischen Instrumenten wie Schwertern und Gongs eingespielten 12"-Single How to Destroy Angels von Coil (1984), wo sich die Beschreibung als ritual music for the accumulation of male sexual energy findet.[16] Eine weitere, aus den USA stammende Band war Hunting Lodge, die simultan mit vergleichbaren Elementen arbeitete (bspw. auf dem Album Exhumed und der Single Night from Night, beide 1983) und zwei Jahre später mit Tribal Warning Shot einen Untergrund-Hit erzielte.

Reine Ritual-Musikprojekte sind selten. Viele Künstler sind nebenbei in anderen Bereichen tätig, wie etwa im Dark-Ambient-, Death-Industrial- oder Neofolk-Umfeld. Einige bedeutende Ritual-Projekte sind:

  • 23 Skidoo
  • Ain Soph[6][17]
  • Allerseelen
  • Autopsia
  • C.O.T.A.
  • Chöd
  • Cranioclast
  • Current 93[6]
  • Exotoendo
  • Halo Manash[18]
  • Hunting Lodge
  • The Hybryds[6][19]
  • In Slaughter Natives
  • Internal Fusion
  • LAShTAL
  • Maybe Mental
  • Metgumbnerbone
  • Nakasone
  • Nigredo
  • Raison d’être
  • Raksha Mancham
  • Rosengracht
  • S·core
  • Sigillum S[6][17]
  • Sixth Comm
  • Sleep Chamber
  • SPK
  • Svasti-ayanam
  • T.A.C.
  • Tasaday
  • Temps perdu?
  • Third Global Vagina Torture
  • Voice of Eye
  • Zahgurim
  • Zero Kama
  • Zwickau

Gelegentlich werden Künstler wie Alio Die, Arbre Noir, László Hortobágyi, O Yuki Conjugate, TUU und Vasilisk dem Genre zugeordnet. Diese bewegen sich jedoch außerhalb des Post-Industrial-Kontextes und sind stilistisch im Tribal-Ambient- und World-Music-Umfeld anzusiedeln.

Martial Industrial

auch Military Pop genannt, ist ein Post-Industrial-Genre, das sowohl auf Klassik- als auch auf Dark-Ambient-Elemente zurückgreift und diese mit Marschrhythmen kombiniert.

Das Genre hat seine Wurzeln bei Gruppen wie Laibach[20][21] (Ti, Ki Izzivas, Neue Akropolis), In the Nursery[20] (Breach Birth, Arm Me Audacity) und Jordi Valls/Vagina Dentata Organ (Triumph of the Flesh), aber auch SPK,[20] die bereits in der Mitte der 1980er mit Militärtrommeln, Filmmusik- und Orchestralsamples experimentierten und die spätere Martial-Industrial-Bewegung vorwegnahmen. In den 1990ern begannen europaweit Projekte wie The Moon Lay Hidden Beneath a Cloud, Dernière Volonté (Le feu sacré, Les blessures de l’ombre)[22] oder Regard Extrême damit, dieses Konzept fortzuführen. Letztlich ging das Genre „in seiner Gesamtheit aber an seiner inhaltlichen und musikalischen Limitierung zugrunde“.[23]

Aufgrund der Kriegsthematik in der Musik und der Covergestaltung einiger Alben, die dem Stile Leni Riefenstahls teilweise nachempfunden wurden, werden Vertreter des Martial Industrial oft ideologisch als rechtsorientiert kritisiert,[23] was aber – abgesehen von einzelnen sich offen zu rechtem Gedankengut bekennenden Bands und Musikern wie Von Thronstahl und Michael Moynihan – an der starren Ästhetik von Militärkleidung und weniger in den Texten, Handlungen oder Absichten der Künstler zu sehen ist. Einige bedeutende Vertreter des Martial Industrial sind:

  • A Challenge of Honour
  • Apoptose
  • Blood Axis
  • Der Blutharsch[20]
  • Dernière Volonté
  • In the Nursery[20]
  • Laibach[20]
  • Les Joyaux de la Princesse
  • Life Toward Twilight
  • Karjalan Sissit
  • The Moon Lay Hidden Beneath a Cloud
  • Puissance
  • Regard Extrême
  • Triarii
  • Vagina Dentata Organ
  • Von Thronstahl
  • Wappenbund

Death Industrial

auch als Doom Industrial bezeichnet, ist ein Post-Industrial-Genre, das Ende der 1980er Jahre entstand und sich in der Grauzone zwischen Power Electronics, Dark Ambient und Ritual bewegt.

Dabei werden häufig Samples von Maschinengeräuschen, Glocken und sakralen Gesängen sowie Sound-Effekte wie Verzerrer, Echo, Reverb oder Delay verwendet, um einen tiefen, monumentalen Klang zu erzeugen. Meistens werden die jeweiligen Kompositionen von dumpfen Geräuschkulissen begleitet, die eine Art „Katakomben-Ambiente“ hervorrufen sollen.

Die Bezeichnung Death Industrial wurde zunächst von Roger Karmanik, seines Zeichens Labelgründer und -betreiber von Cold Meat Industry, für das Projekt Brighter Death Now verwendet und im Laufe der Zeit auf zahlreiche weitere Künstler des Labels ausgedehnt, die sich stilistisch zwischen Power Electronics, Dark Ambient und Ritual-Musik bewegten. Inzwischen ist sie auch für label-übergreifende Künstler in Gebrauch. Einige bedeutende Künstler aus dem Death-Industrial-Umfeld sind:

  • Archon Satani
  • Atrax Morgue
  • Bad Sector
  • Brighter Death Now
  • Coph Nia
  • Frozen Faces
  • The Grey Wolves
  • In Slaughter Natives
  • Lille Roger
  • Maschinenzimmer 412
  • Megaptera[24]
  • Melek-Tha
  • Mental Destruction
  • Morthond
  • Negru Voda
  • Ordo Rosarius Equilibrio[25]
  • Stratvm Terror

Derivative Formen

Ferner waren Überlagerungen mit anderen Genres, insbesondere mit dem Post-Punk-Umfeld, charakteristisch. Diese Überschneidung findet sich unter anderem bei Künstlern wie Skinny Puppy oder den frühen Death in June.

Aufgrund stilistischer Wechselwirkungen zeigten sich mehrere Querverbindungen zu Künstlern aus dem Neofolk-Genre. Diese Tatsache beruht möglicherweise auch auf den frühen Tätigkeiten von Boyd Rice, der bereits 1975 mit seinen Anti-Platten Material veröffentlichte, das sich sowohl für Industrial als auch für den Neofolk als wegweisend erwies. So suchten die experimentierfreudigen Avantgarde- und Neofolk-Projekte wie Current 93, Nurse With Wound oder Death in June mit Hilfe post-industrieller Strömungen nach weiteren Ausdrucksmöglichkeiten.

Aus einer Verschmelzung von Industrial und elektronischer Punkmusik (DAF, Die Krupps) ging die Electronic Body Music (EBM) hervor, die wiederum zahlreiche nachfolgende Musikstile beeinflusste und schließlich (nach nur wenigen Jahren) zur Herausbildung des Techno führte.

Über weitere vielfache Kreuzungen mit anderen Stilen (bspw. Rockmusik und Metal) entstand in den USA und Kanada eine Generation, die sich von den klassischen Urhebern bereits weit entfernt hatte. Ab dem Ende der 1980er Jahre kamen diese neuartigen, als Industrial Rock und Industrial Metal bezeichneten Stile durch Künstler wie Ministry oder Nine Inch Nails auch im Mainstream an. Das starke emanzipatorische Potential der ursprünglichen Industrial-Bewegung wich dabei zunehmend einer reinen Schockästhetik. Von den intellektuellen Fundamenten (Medientheorie, Wahrnehmungsforschung, „Wirtschaftsguerilla“) sind in aller Regel nur mehr Bruchstücke erhalten geblieben. John McRobbie, Betreiber des Mute-Records-Sublabels The Grey Area, das sich auf die Wiederveröffentlichungen früher Industrial-Werke spezialisiert, sieht das ähnlich:

Als Monte Cazazza und Throbbing Gristle den Begriff Industrial Music prägten, war damit etwas gänzlich anderes gemeint als das, was die Musikindustrie heute in ihn hineininterpretiert. Ich mag Nine Inch Nails und Ministry, aber ich sehe nicht die kleinste Verbindung zu Throbbing Gristle, SPK oder den frühen Cabaret Voltaire. Die Industrie prägt einen Begriff von einer Art Musik, die nie unter ihrer Kontrolle war. Punk verlor an Ausdruckskraft, sobald sich die Industrie einmischte. Dem Industrial ist das nie passiert. Er entzog sich stets dem Mainstream. Und jene Bands, die vorgeben, dazuzugehören oder unfreiwillig in diesen Topf geworfen werden, haben nicht im Geringsten etwas damit zu tun.

Wechselbeziehungen

Innerhalb der Post-Industrial-Szene existieren gegenwärtig unterschiedliche kulturelle Strömungen. Während ein Teil der Szene den Austausch mit der Neofolk-Kultur grundsätzlich befürwortet, lehnt ein anderer Teil den Kontakt mit dieser – aufgrund ihrer politischen Umstrittenheit – strikt ab. Unabhängig davon sind jedoch beide Subkulturen auf musikhistorischer Ebene untrennbar miteinander verwoben.

Einfluss auf andere Subkulturen

Mit der Entstehung von IDM, Hardcore Techno, Drum and Bass, Glitch und Clicks & Cuts in den 1990er Jahren, gab es etliche Künstler, die sich auf das Industrial-Umfeld beriefen und zur Entstehung weiterer Genres wie Breakcore, Rhythm ’n’ Noise oder Industrial Hardcore beitrugen. So finden sich bei Projekten wie Autechre (Incunabula, 1993), Aphex Twin (Selected Ambient Works Vol. II, 1994) oder Biosphere (Patashnik, 1994) beispielsweise verstärkt Dark-Ambient-Elemente. Umstritten ist hierbei jedoch die direkte Beeinflussung durch frühere Künstler aus dem Dark-Ambient-Umfeld.

Etwa gleichzeitig wurden, vereinzelt in Zusammenhang mit dem schwedischen Label Cold Meat Industry, Teile der Black-Metal-Szene auf das Post-Industrial-Umfeld aufmerksam. Beispiele hierfür sind Abruptum (deren „Anti-Musik“ bereits Ende der 1980er Jahre Death-Industrial-Elemente übernahm), Darkspace und Vinterriket. Eine Annäherung beider Szenen zeigt sich auch im gemeinsamen Erscheinen der Compilation Souvenirs from Hell, auf der unter anderem Bands wie Ulver, Blood Axis sowie Magus Wampyr Daoloths Projekte N.A.O.S. und Diabolos Rising vertreten sind.

Der zeitgenössische klassische Komponist Moritz Eggert ließ sich durch Industrial zu seinem Schlagzeugkonzert Industrial für Metallteile und Großes Orchester inspirieren.

Labels

  • Ant-Zen
  • Art Konkret
  • Artware Production
  • Banned Production
  • BloodLust!
  • Cause for Concern
  • Cold Meat Industry
  • Cold Spring
  • Come Org
  • Cyclic Law
  • Dark Vinyl Records
  • Drone Records
  • Extreme
  • Fetish Records
  • Freak Animal Records
  • Galakthorrö
  • Industrial Records
  • L.A.Y.L.A.H. Anti-Records
  • Ladd-Frith
  • L. White Records
  • Loki Foundation
  • Malignant Records
  • Membrum Debile Propaganda
  • Minus Habens
  • Nature & Art
  • Nekrophile Rekords
  • Noise Museum
  • Old Europa Café
  • Open Wound
  • Power & Steel
  • Praxis Dr. Bearmann
  • RRRecords
  • SSS Productions
  • Self Abuse Records
  • Slaughter Productions
  • Soleilmoon Recordings
  • Sounds for Consciousness Rape
  • Staalplaat
  • Stateart
  • Steinklang Industries
  • Sterile Records
  • Susan Lawly
  • Tesco Organisation
  • Zero Cabal

Quelle: Wikipedia

English

Industrial music is a genre of experimental/electronic music that draws on transgressive and provocative themes. The term was coined in the mid-1970s with the founding of Industrial Records by Genesis P-Orridge of Throbbing Gristle and Monte Cazazza; on Throbbing Gristle's debut album The Second Annual Report, they coined the slogan "industrial music for industrial people". In general, the style is harsh and challenging. AllMusic defines industrial as the "most abrasive and aggressive fusion of rock and electronic music"; "initially a blend of avant-garde electronics experiments (tape music, musique concrète, white noise, synthesizers, sequencers, etc.) and punk provocation".[2]

The first industrial artists experimented with noise and aesthetically controversial topics, musically and visually, such as fascism, serial killers and the occult. Their production was not limited to music, but included mail art, performance art, installation pieces and other art forms.[3] Prominent industrial musicians include Throbbing Gristle, Monte Cazazza, SPK, Boyd Rice, Cabaret Voltaire, and Z'EV.[3] The precursors that influenced the development of the genre included acts such as electronic group Kraftwerk, experimental rock acts such as The Velvet Underground and Frank Zappa, psychedelic rock artists such as Jimi Hendrix, and composers such as John Cage. Musicians also cite writers such as William S. Burroughs, and philosophers such as Friedrich Nietzsche as influences.

While the term was self-applied by a small coterie of groups and individuals associated with Industrial Records in the 1970s, it was broadened to include artists influenced by the original movement or using an "industrial" aesthetic.[4] These artists expanded the genre by pushing it into noisier and more electronic directions. Over time, its influence spread into and blended with styles including ambient and rock, all of which now fall under the post-industrial music label. Electro-industrial music is a primary subgenre that developed in the 1980s. The two other most notable hybrid genres are industrial rock and industrial metal, which include bands such as Nine Inch Nails and Ministry, both of which released platinum-selling albums in the 1990s. These three distinct genres are often referred to as simply industrial.

History

Precursors

Frank Zappa and Captain Beefheart in 1975, cited as inspirations by Herman Taylor

Industrial music drew from a broad range of predecessors. Alexei Monroe argues that Kraftwerk were particularly significant in the development of industrial music, as the "first successful artists to incorporate representations of industrial sounds into nonacademic electronic music."[5] Industrial music was created originally by using mechanical and electric machinery, and later advanced synthesizers, samplers and electronic percussion as the technology developed. Monroe also argues for Suicide as an influential contemporary of the industrial musicians.[5] Groups cited as inspirational by the founders of industrial music include The Velvet Underground, Joy Division, and Martin Denny.[6] Genesis P-Orridge of Throbbing Gristle had a cassette library including recordings by the Master Musicians of Jajouka, Kraftwerk, Charles Manson, and William S. Burroughs.[7] P-Orridge also credited 1960s rock such as The Doors, Pearls Before Swine, The Fugs, Captain Beefheart, and Frank Zappa in a 1979 interview.[8]

Chris Carter also enjoyed and found inspiration in Pink Floyd and Tangerine Dream.[9] Boyd Rice was influenced by the music of 60's girl groups and tiki culture.[10] Z'EV cited Christopher Tree (Spontaneous Sound), John Coltrane, Miles Davis, Tim Buckley, Jimi Hendrix, and Captain Beefheart, among others together with Tibetan, Balinese, Javanese, Indian, and African music as influential in his artistic life.[11] Cabaret Voltaire cited Roxy Music as their initial forerunners, as well as Kraftwerk's Trans-Europe Express.[12] Cabaret Voltaire also recorded pieces reminiscent of musique concrète and composers such as Morton Subotnick.[13] Nurse with Wound cited a long list of obscure free improvisation and Krautrock as recommended listening.[14] 23 Skidoo borrowed from Fela Kuti and Miles Davis's On the Corner.[15] Many industrial groups, including Einstürzende Neubauten, took inspiration from world music.[16]

Many of the initial industrial musicians preferred to cite artists or thinkers, rather than musicians, as their inspiration. Simon Reynolds declares that "Being a Throbbing Gristle fan was like enrolling in a university course of cultural extremism."[17] John Cage was an initial inspiration for Throbbing Gristle.[18] SPK appreciated Jean Dubuffet, Marcel Duchamp, Jean Baudrillard, Michel Foucault, Walter Benjamin, Marshall McLuhan, Friedrich Nietzsche, and Gilles Deleuze.[19] Cabaret Voltaire took conceptual cues from Burroughs, J. G. Ballard, and Tristan Tzara.[20] Whitehouse and Nurse with Wound dedicated some of their work to the Marquis de Sade; the latter also took impetus from the Comte de Lautréamont.[14]

Another influence on the industrial aesthetic was Lou Reed's Metal Machine Music. Pitchfork Music cites this album as "inspiring, in part, much of the contemporary avant-garde music scene—noise, in particular."[21] The album consists entirely of guitar feedback, anticipating industrial's use of non-musical sounds.

Industrial records

Industrial Music for Industrial People was originally coined by Monte Cazazza[22] as the strapline for the record label Industrial Records, founded by British art-provocateurs Throbbing Gristle.[23] The first wave of this music appeared with Throbbing Gristle, from London; Cabaret Voltaire, from Sheffield;[24] and Boyd Rice (recording under the name NON), from the United States.[25] Throbbing Gristle first performed in 1976,[26] and began as the musical offshoot of the Kingston upon Hull-based COUM Transmissions.[27] COUM was initially a psychedelic rock group, but began to describe their work as performance art in order to obtain grants from the Arts Council of Great Britain.[18] COUM was composed of P-Orridge and Cosey Fanni Tutti.[18] Beginning in 1972, COUM staged several performances inspired by Fluxus and Viennese Actionism. These included various acts of sexual and physical abjection.[9] Peter Christopherson, an employee of commercial artists Hipgnosis, joined the group in 1974, with Carter joining the following year.[27]

The group renamed itself Throbbing Gristle in September 1975, their name coming from a northern English slang word for an erection.[27] The group's first public performance, in October 1976, was alongside an exhibit titled Prostitution, which included pornographic photos of Tutti as well as used tampons. Conservative politician Nicholas Fairbairn declared that "public money is being wasted here to destroy the morality of our society" and blasted the group as "wreckers of civilization."[28] The group ended in 1981, with P-Orridge declaring "the mission is terminated."[29]

Expansion of the scene

The bands Clock DVA,[30] Nocturnal Emissions,[31] Whitehouse,[32] Nurse with Wound,[33] and SPK[34] soon followed. Whitehouse intended to play "the most brutal and extreme music of all time", a style they eventually called power electronics.[29] An early collaborator with Whitehouse, Steve Stapleton, formed Nurse with Wound, who experimented with noise sculpture and sound collage.[35] Clock DVA described their goal as borrowing equally from surrealist automatism and "nervous energy sort of funk stuff, body music that flinches you and makes you move."[15] 23 Skidoo, like Clock DVA, merged industrial music with African-American dance music, but also performed a response to world music. Performing at the first WOMAD Festival in 1982, the group likened themselves to Indonesian gamelan.[36] Swedish act Leather Nun, were signed to Industrial Records in 1978, being the first non-TG/Cazazza act to have an IR-release.[22] Their singles eventually received significant airplay in the United States on college radio.[37]

 

Re/Search reference guide to the philosophy and interests of a flexible alliance of "deviant" artists.[38]

Across the Atlantic, similar experiments were taking place. In San Francisco, performance artist Monte Cazazza began recording noise music.[39] Boyd Rice released several albums of noise, with guitar drones and tape loops creating a cacophony of repetitive sounds.[40] In Boston Sleep Chamber and other artists from Inner-X-Musick began experimenting with a mixture of powerful noise and early forms of EBM. In Italy, work by Maurizio Bianchi at the beginning of the 1980s also shared this aesthetic.[41] In Germany, Einstürzende Neubauten mixed metal percussion, guitars, and unconventional instruments (such as jackhammers and bones) in stage performances that often damaged the venues in which they played.[42] Blixa Bargeld, inspired by Antonin Artaud and an enthusiasm for amphetamines, also originated an art movement called Die Genialen Dilettanten.[43] Bargeld is particularly well known for his hissing scream.[43]

In January 1984, Einstürzende Neubauten performed a Concerto for Voice and Machinery at the Institute of Contemporary Arts (the same site as COUM's Prostitution exhibition), drilling through the floor and eventually sparking a riot.[44] This event received front page news coverage in England.[44] Other groups who practiced a form of industrial "metal music" (that is, produced by the sounds of metal crashing against metal) include Test Dept,[45] Laibach,[46] and Die Krupps, as well as Z'EV and SPK.[16] Test Dept were largely inspired by Russian Futurism and toured to support the UK miners' strike (1984–1985).[47] Skinny Puppy embraced a variety of industrial forefathers and created a lurching, impalatable whole from many pieces. Swans, from New York City, also practiced a metal music aesthetic, though reliant on standard rock instrumentation.[48] Laibach, a Slovenian group who began while Yugoslavia remained a single state, were very controversial for their iconographic borrowings from Stalinist, Nazi, Titoist, Dada, and Russian Futurist imagery, conflating Yugoslav patriotism with its German authoritarian adversary.[49] Slavoj Žižek has defended Laibach, arguing that they and their associated Neue Slowenische Kunst art group practice an overidentification with the hidden perverse enjoyment undergirding authority that produces a subversive and liberatory effect.[50] In simpler language, Laibach practiced a type of agitprop that was widely utilized by industrial and punk artists on both sides of the atlantic.

Following the breakup of Throbbing Gristle, P-Orridge and Christopherson founded Psychic TV and signed to a major label.[51] Their first album was much more accessible and melodic than the usual industrial style, and included hired work by trained musicians.[52] Later work returned to the sound collage and noise elements of earlier industrial.[53] They also borrowed from funk and disco. P-Orridge also founded Thee Temple ov Psychick Youth, a quasi-religious organization that produced video art.[54] Psychic TV's commercial aspirations were managed by Stevo of Some Bizzare records, who released many of the later industrial musicians, including Eistürzende Neubauten, Test Dept, and Cabaret Voltaire.[55]

Cabaret Voltaire had become friends with New Order, and began to practice a similar form of danceable electropop.[56] Christopherson left Psychic TV in 1983 and formed Coil with John Balance. Coil made use of gongs and bullroarers in an attempt to conjur "Martian," "homosexual energy".[57] David Tibet, a friend of Coil's, formed Current 93; both groups were inspired by amphetamines and LSD.[58] J. G. Thirlwell, a co-producer with Coil, developed a version of black comedy in industrial music, borrowing from lounge as well as noise and film music.[59] In the early 1980s, the Chicago-based record label Wax Trax! and Canada's Nettwerk helped to expand the industrial music genre into the more accessible electro-industrial and industrial rock genres.[23]

Characteristics

The birth of industrial music was a response to "an age [in which] the access and control of information were becoming the primary tools of power."[60] At its birth, the genre of industrial music was different from any other music, and its use of technology and disturbing lyrics and themes to tear apart preconceptions about the necessary rules of musical form supports the suggestion that industrial music is modernist music.[60] The artists themselves made these goals explicit, even drawing connections to social changes they wished to argue for through their music.

The Industrial Records website explains that the musicians wanted to re-invent rock music, and that their uncensored records were about their relationship with the world.[61] They go on to say that they wanted their music to be an awakening for listeners so that they would begin to think for themselves and question the world around them. Industrial Records intended the term industrial to evoke the idea of music created for a new generation, with previous music being more agricultural: P-Orridge stated that "there's an irony in the word 'industrial' because there's the music industry. And then there's the joke we often used to make in interviews about churning out our records like motorcars —that sense of industrial. And ... up till then the music had been kind of based on the blues and slavery, and we thought it was time to update it to at least Victorian times—you know, the Industrial Revolution".[62]

 

William S. Burroughs, a conceptual inspiration for the industrial musicians.

Early industrial music often featured tape editing, stark percussion and loops distorted to the point where they had degraded to harsh noise, such as the work of early industrial group Cabaret Voltaire, which Journalist Simon Reynolds described as characterized by "hissing high hats and squelchy snares of rhythm-generator."[63] Carter of Throbbing Gristle invented a device named the "Gristle-izer", played by Christopherson, which comprised a one-octave keyboard and a number of cassette machines triggering various pre-recorded sounds.[64]

Traditional instruments were often played in nontraditional or highly modified ways. Reynolds described the Cabaret Voltaire members' individual contributions as "[Chris] Watson's smears of synth slime; [Stephen] Mallinder's dankly pulsing bass; and [Richard H.] Kirk's spikes of shattered-glass guitar."[63] Watson custom-built a fuzzbox for Kirk's guitar, producing a unique timbre.[65] Carter built speakers, effects units, and synthesizer modules, as well as modifying more conventional rock instrumentation, for Throbbing Gristle.[9] Tutti played guitar with a slide in order to produce glissandi, or pounded the strings as if it were a percussion instrument.[66] Throbbing Gristle also played at very high volume and produced ultra-high and sub-bass frequencies in an attempt to produce physical effects, naming this approach as "metabolic music."[67]

Vocals were sporadic, and were as likely to be bubblegum pop as they were to be abrasive polemics. Cabaret Voltaire's Stephen Mallinder's vocals were electronically treated.[68]

The purpose of industrial music initially was to serve as a commentary on modern society by eschewing what artists saw as trite connections to the past.[61] Throbbing Gristle opposed the elements of traditional rock music remaining in the punk rock scene, declaring industrial to be "anti-music."[66] Early industrial performances often involved taboo-breaking, provocative elements, such as mutilation, sado-masochistic elements and totalitarian imagery or symbolism, as well as forms of audience abuse,[69] such as Throbbing Gristle's aiming high powered lights at the audience.[70]

Industrial groups typically focus on transgressive subject matter. In his introduction for the Industrial Culture Handbook (1983), Jon Savage considered some hallmarks of industrial music to be organizational autonomy, shock tactics, and the use of synthesizers and "anti-music."[69] Furthermore, an interest in the investigation of "cults, wars, psychological techniques of persuasion, unusual murders (especially by children and psychopaths), forensic pathology, venereology, concentration camp behavior, the history of uniforms and insignia" and Aleister Crowley's magick was present in Throbbing Gristle's work,[71] as well as in other industrial pioneers. Burroughs's recordings and writings were particularly influential on the scene, particularly his interest in the cut-up technique and noise as a method of disrupting societal control.[72] Many of the first industrial musicians were interested in, though not necessarily sympathetic with, fascism.[73] Throbbing Gristle's logo was based on the lightning symbol of the British Union of Fascists,[74] while the Industrial Records logo was a photo of Auschwitz.[75]

Post-industrial

 

Trent Reznor of Nine Inch Nails in 2008.

Main article: Post-industrial music

In the late 1980s, a number of additional styles developed from the already eclectic base of industrial music. These offshoots include fusions with noise music, ambient music, folk music, post-punk and electronic dance music, as well as other mutations and developments. The scene has spread worldwide, and is particularly well represented in North America, Europe, and Japan. Post-industrial subgenres include dark ambient, power electronics, Japanoise, neofolk, electro-industrial, electronic body music, industrial hip hop, industrial rock, industrial metal, industrial pop, martial industrial, power noise, and witch house.

The best-selling offshoots of industrial music have been industrial rock and metal; Ministry and Nine Inch Nails both recorded platinum-selling albums.[76] Their success led to an increase in commercial success for some other industrial musicians; for example, the Nine Inch Nails remix album Further Down the Spiral, which included contributions from Foetus and Coil, was certified gold in 1996.[76] The mid-1990s was a high point for industrial rock, when, in addition to bands that had been around since the 1980s, newer bands such as Gravity Kills, whose self-titled debut sold almost half a million records,[77] had some chart and radio success, and especially for industrial metal, with Marilyn Manson releasing multiple platinum selling albums.[78]


Quelle: Wikipedia

e-max.it: your social media marketing partner